Can - Monster Movie
1969
- Father cannot yell
- Mary, Mary so contrary
- Outside my door
- Yoo doo right
Das Debütalbum der besten, wenn auch kaum bekannten deutschen Band The Can ist ein wahres Fest für Musikhistoriker und Komparatisten; ist aber auch – und das ist einer der seltensten Fälle – ein perfektioniertes Kunstwerk in sich. Can klingen auf ihrem Erstling als spielten sie ihren Stil seit gut 10 Jahren, als gäbe es diese Musikrichtung schon seit Wagner, als stelle Monster Movie nur die Perfektion alles schon da gewesenen dar. Doch es ist eben beides Zugleich: Can entdeckten eine neue Welt der Musik und präsentierten zugleich deren tadelloses Endprodukt, deren Größe nur noch von ihrem späterer Meilenstein Tago Mago erreicht wurde. Es war 1968, als in Köln die Musiker Irmin Schmidt (Tasten), Holger Czukay (Bass), David Johnson (Flöte, er stieg vor der Veröffentlichung von Monster Movie aus), Jaki Liebezeit (Schlagzeug) und Gitarrist Michael Karoli zusammen fanden (später stieß Sänger Malcolm Mooney dazu) und ein Meisterwerk der Musikgeschichte kreierten. Nicht nur das Album, auch dessen Konzept ist progressiv. So werden Can besser, je länger man das Album hört. Auch die Songqualität nimmt gegen Ende des Albums zu. Der Opener Father cannot yell stellt den schwächsten, trotzdem großartigen Song des Albums dar, überzeugt wie jedes anderes Stück der Scheibe durch die unwiderstehlich-mitreißende Energie. Die Ballade Mary, Mary so contrary kommt mit zwei Grundakkorden aus und reiht sich in die Liga der effizientesten Erfolgskonzepte ein. Die Komposition Outside my door ist die rockigste Nummer des Albums und stellt auch die Kompatibilität des Progressiven zum Rock unter Beweis. Das fast einundzwanzigminütige Yoo Doo right ist ein wahres Epos in der Geschichte des progressiven Rocks, getrieben von Liebezeits Drums entwickelt der Song eine unglaubliche, kaum fassbare Energie. Monster Movie kommt mit nur vier Stücken aus – wann traut sich mal wieder eine Band, ein solches Album zu veröffentlichen? Aus Erfahrung wissen wir doch, dass die Alben mit den wenigen Stücken meist die besseren sind. Aber dies ist auch das Konzept der Kölner: nichts ist zuviel, nichts ist Lückenfüller, alles gewollt, alles geplant, keine endlosen Soli, keine Individualität, nur Kollektiv – und so klingen sie auch: wie eine richtige Band. Für die einen ist Can zu anstrengend, zu unverständlich, zu kompliziert – für die anderen ist es eine Offenbarung.
- Wertung: 14
- Innovation: 15
- Klang: 15
- Konzept: 15
- Texte: 13
- Malcolm Mooney: vocals
- Michael Karoli: guitar
- Holger Czukay: bass
- Irmin Schmidt: keyboards
- Jaki Liebezeit: drums
Beste Stücke: Mary so contrary, Outside my door, Yoo doo right
24.09.2005 von Der Kritiker
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Konzepte:
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