The Jimi Hendrix Experience - Are you experienced?
1967
- Foxy lady
- Manic depression
- Red house
- Can you see me
- Love or confusion
- I don't live today
- May this be love
- Fire
- Third stone from the sun
- Remember
- Are you experienced
- Hey Joe
- Stone free
- Purple haze
- 51st anniversary
- The wind cries Mary
- Highway Chile
Man kann darüber streiten, ob nun Electric Ladyland oder Are you experienced? das beste Hendrix-Album ist – unbestritten ist aber, dass beide zu den ganz großen der Musikgeschichte zählen. Nie wieder war ein Debutalbum so prägend, so innovativ, so inspirierend für nachfolgende Generationen. Das Debut der Hendrix Experience zählt sicher zu den drei einflussreichsten Alben aller Zeiten und gilt zu Recht als die Bibel jedes Gitarristen (auch der atheistischen). Können die Greenhorns von ihm das anspruchsvolle Gitarrenspiel erlernen, so können die Virtuosen nur über sein Gefühl für Musik und Rhythmik staunen: bei all den strikt durchdachten Knopfler-Harmonien und all den Triolen-Phrasen Claptons spielt Hendrix auf einen E-Akkord ein E - diese Trivialität dürfte selbst den Gitarrenanfängern einleuchten und die Lehrer zum verzweifeln bringen – und er glänzt mit einer improvisierten, selten logisch nachvollziehbaren Rhythmik. So viel auch über den Gitarrengott Hendrix gesprochen wird: tonal war Hendrix keineswegs ein Avantgardist - genial war nur seine tonale Banalität. Virtuos waren seine unorthodoxe Spielweise und seine Produktionsarbeit im Studio – er holte alles aus der damals verfügbaren Technik heraus und klingt auch deshalb etwas nach Psychedelic. Überbewerten sollte man diese unzähligen Effekte jedoch nicht, denn was The Jimi Hendrix Experience vor allem können, ist rocken, und das auf eine sehr bizarre Weise. Manic depression ist sicher kein schneller, lauter, typischer Rocksong - und doch ist er aus fast unergründlicher Ursache so mitreißend, dass man für einen Augenblick nur noch in ihm lebt. Eine ergründliche Ursache dafür liegt sicher im exzellent treibenden Schlagzeug von Mitch Mitchell, der zwar keiner der ganz großen ist, sich aber als ein würdiger Hendrix-Drummer erweist (Can you see me) und deswegen genau wie Noel Redding (Bass, Backing Vocals) Beachtung finden muss. Hendrix glänzt in seiner Vielseitigkeit: vom melodischen Fire über das psychedelische Are you experienced? bis hin zu den absolut genialen Gitarrenstücken Foxy lady und Purple haze. Sein Gespür für Blues beweist er mit einer überragenden Sologitarre in Red House sowie der Ballade The wind cries mary. Hoch gelobt sind auch Hendrix’ Coverversionen – seine Interpretation von Hey Joe steht dem genialen Dylan-Cover All along the watchtower (Album: Electric Ladyland) in nichts nach. Trotz der Fülle an Songs sucht man vergeblich nach einem Tiefpunkt des Albums; die Experience hält ihr hohes Niveau bis zum Ende. Man muss Hendrix’ Debut einfach gehört haben, gefühlt haben, welche Genialität in dieser Platte steckt, sodass man sie völlig unzweifelhaft jedem ans Herz legen muss, der etwas für Musik übrig hat. Hendrix weitere Alben erschienen in so rascher Abfolge und waren so überladen mit guter Musik, sodass sein Tod (Überdosis Schlaftabletten) von der künstlerischen Seite aus betrachtet wohl der schmerzhafteste der Musikgeschichte war, denn sowohl John Lennon als auch John Bonham hatten ihre Geniezeit hinter sich, Kurt Cobain sowie Freddy Mercury hatten sie nie erreicht (auch wenn ich damit einigen auf den Fuß trete…). Einzig der tragische Ausfall von Syd Barret bei Pink Floyd war annähernd gravierend. Doch mit David Gilmour bekamen Pink Floyd einen Ersatz, der Syd Barret ins nichts nachstand, ihn sogar übertrumpfte – doch wo blieb der zweite Hendrix? Wie sang Lou Reed doch so treffend: „I’m wating for my man“! Welch bittere Ironie, dass er über Drogen sang…
- Wertung: 13
- Innovation: 15
- Klang: 13
- Konzept: 10
- Texte: 11
- Bass: 10
- Gesang: 12
- Gitarre: 15
- Schlagzeug: 12
- Jimi Hendrix: vocals, guitar
- Mitch Mitchell: drums
- Noel Redding: bass, backing vocals
Beste Stücke: Foxy lady, Hey Joe, Purple haze
24.09.2005 von Der Kritiker
 | 05.10.05 Du kannst es nicht verstehen, du musst es fühlen! | Kommentar von Robber |
| Lob an den Rezensenten. Wenn man über Hendrix spricht läuft man immer Gefahr in einer Beweihräucherung zu enden. Hendrik du hast es geschafft, das Phänomen Hendrix kritisch zu betrachten ohne dabei einen Hehl aus deiner Bewunderung zu machen. Es wird im Allgemeinen fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Jimmy Hendrix der Saitenhexer schlechthin war und das man lieber die Finger von seinen Songs.. mehr lesen | |  | 05.10.05 Aw: Du kannst es nicht verstehen, du musst es fühlen! | Kommentar von Der Kritiker |
| Kann mich dem nur anschließen: Hendrix ist durchaus nicht schwer zu spielen, ganz im Gegenteil (Anm.: ich spiele noch gelegentlich Gitarre); schwer ist es nur, die Energie und die Genialität zu übernehmen, die irgendwo in und zwischen Hendrix Noten rumfliegen. Es sei dahingestellt, ob Satriani und Vai nun Könner oder fuddelnde Selbstdarsteller sind - blickt man jedoch beispielsweise auf Dream Thea.. mehr lesen | |
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