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Pink Floyd - Animals

Pink Floyd - Animals

1977

  1. Pigs on the wing pt. 1
  2. Dogs
  3. Pigs (three different ones)
  4. Sheep
  5. Pigs on the wing pt. 2


Animals
ist sowohl für Floyd-Experten als auch für Laien ein rotes Tuch. Und jedem, der diese Platte auch nur einmal wirklich gehört hat, wirft diese Tatsache ein Rätsel auf. Animals sei nichts neues, kalter Kaffee. Dann wird auch noch der hinkende Vergleich mit Orwell’s Animal Farm angestellt, nur damit es scheint, als habe man auch nur irgendeine Ahnung von Literatur. Es geht um Tiere, die für Menschen stehen, die Schweine stehen im Mittelpunkt, das müsse doch Orwell sein. Wo Pink Floyd die Anspielungen auf Stalin, Trotzki, Lenin und ihren Pseudo-Kommunismus versteckt haben, bleibt weiter offen. Das riecht doch nach Dogmatismus. Und genau diesem muss man sich für Animals entbehren.
Neu an Pink Floyd ist, dass sie auf Animals keine neuen Stil- oder Klangexperimente machen. Aus dieser für die Band so bezeichnenden Dialektik heraus entwickelt sich ein perfektes Konzeptalbum; auf Animals erleben wir Pink Floyd das perfektionieren, was sie selbst in Pionierarbeit erschaffen haben.
Auch musikalisch stellt Animals den Höhepunkt des floydianischen Schaffens dar: Wunderschöne Basslinien wie das Waters-Intro auf Pigs (three different ones) und – lässt man Shine on you crazy diamond I-IV außen vor - die besten Gilmour-Solos aller Zeiten im gut 17-minütigen Epos Dogs. Selbst im Gesang glänzen Waters und Gilmour – jedenfalls für ihre Verhältnisse. Schöner gesungen haben Pink Floyd nur bei Echoes (Meddle). Verpackt in drei geniale Epen, umschlossen vom hochkarätigen Akustikstück Pigs on the wing, leistet Waters hier eine für ihn typische, exzellente lyrische Arbeit. Dass es Sisyphosarbeit ist, die Posie von Dogs in beschreibende Worte zu fassen, ist wohl unbestreitbar.
Das politische Interesse der vier Engländer wird erneut auf Pigs (three different ones) deutlich, in dem sie auf die englische und konservative Politikerin Mary Whitehouse anspielen, die sich gegen sexuelle Befreiung und für ein pseudo-moralisches Verhalten einsetzte („Hey you, Whitehouse / ha, ha / charade you are“) und den guten alten Sigmund Freud wohl vehement ignorierte – der sich übrigens als passendes Mittel erweist, um an die Texte von Dogs heranzugehen (auf dem späteren Pink Floyd-Album The final cut lies sich Waters über Maggie Thatcher aus, „What happened to the Post War Dream“, „Maggie what have we done?“).
Was die Briten textlich auf Sheep bieten, das dürfeten Theisten wohl als Gipfel der Blasphemie polemisieren, ist aber in Wahrheit recht amüsant und vor allem intelligent provokant. Pink Floyd bieten hier auch eine Revoluzzeralternative zu den neugeboren Punks - die sich mit höchstproduktiven Vorschlägen wie „Anarchy in the UK“ oder „God save the queen, she ain’t no human being“ brüskierten -, indem Waters in Sheep diverse Psalme leicht abändert. Vor allem aber ist Animals musikalisch größer als Darkside of the moon, größer als The Wall und erst recht als Wish you were here. Das beste aller Pink Floyd-Alben.
Ich hoffe diese Gegendarstellung diente als „shelter… from pigs on the wing“.

  • Wertung: 15
  • Innovation: 10
  • Klang: 13
  • Konzept: 15
  • Texte: 15
     
  • Bass: 13
  • Gesang: 13
  • Gitarre: 15
  • Keyboards: 8
  • Schlagzeug: 5


  • David Gilmour: lead guitars, vocals
  • Roger Water: bass, vocals, rhythym guitars
  • Nick Mason: drums
  • Richard Wright: keyboards


Bestes Stück: das Album

07.10.2005 von Der Kritiker

Kommentare

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09.10.05   du hast rechtKommentar von Jockel
ich finde die platte ebenso sehr gut. gruss jockel






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